Artikel: Vom Wesen der Aggression

Vom Wesen der Aggression

und wieso Aggression für dein Wesen lebenswichtig ist

Im letzten Artikel habe ich vom Wesen der Wut erzählt. Ich möchte anschliessen und an dieser Stelle zum Wesen der Aggression berichten und was die Kraft der Aggression für Dich in Deinem Leben bedeutet.

Was heisst Aggression?

Wie wird sie übersetzt? Auf deutsch heisst Aggression herangehen, sich nähern, auf etwas zu gehen, lateinisch aggredi bzw. aggressio.

Ich habe den Artikel zu Aggression bei Wikipedia aufgerufen, und dort liest Du folgenden ersten Satz: „Aggression (lateinisch aggressiō vom Deponens aggredī sich zubewegen auf [etw./jdn.]; heranschreiten; sich nähern; angreifen) ist eine feindselig angreifende Verhaltensweise eines Organismus. Sie ist ein biologisch in Tieren und Menschen verankertes Verhaltensmuster zur Verteidigung oder Gewinnung von Ressourcen und zur Bewältigung potenziell gefährlicher Situationen.“

Aggression und Feindseligkeit

Stolperst Du auch über das Wort feindselig? Wenn nicht, dann lies auf jeden Fall weiter, denn ab hier wird es wichtig!

Warum ist Aggression feindselig? Schon im letzten Artikel habe ich die Ursprünge von Wut erklärt.

Ich will an dieser Stelle erstmal deutlich machen, in welchem grossen kollektiven, gesellschaftlichen und sozialen Missverständnis wir aufgewachen sind und momentan leben.

Dazu müssen wir zum Ursprung schauen: Aggression in der reinen Form ist im Wesen erstmal ganz einfach die Bewegung, die dem Inneren entspringt und im Aussen als Handlung ersichtlich wird. Ein einfaches Beispiel ist schon der Tagesbeginn, das Aufstehen. Du wachst auf, und hast die Idee, jetzt aufzustehen, vielleicht übernimmt bei Dir auch der Wecker diese Rolle. Das Aufstehen ist der Natur nach in seiner reinen Bedeutung eine aggressive Handlung. In deinem Inneren gibt es eine geistige Regung, eine Idee und den Drang (Wunsch) dies umzusetzen. Dein Wille hilft Dir bei der Verwirklichung. Und Zack! bist du aufgestanden, und schon auf dem Weg ins Bad oder zu Deinem Kind.

Was ist Aggression wirklich?

Wo ist dabei die Feindseligkeit?

Wir haben vergessen, dass alles materielle Leben das Ergebnis von Aggression ist. Dein Leben, deine Familie, dein Haus, deinE PartnerIn, dein Besitz, dein Wissen, deine Arbeit sind ein Produkt deiner Dir innewohnenden Aggression. Leben braucht Aggression damit es entsteht. Es braucht Energie (Wunsch & Wille) damit die geistige Idee (Vorstellung & Konzept) in unserer Welt Materie wird und damit wirklich in Erscheinung tritt.

Und, Energie braucht eine Richtung. An dieser Stelle kommst Du als Mensch wieder mit Deinem Willen in Kontakt. Du gibst deiner inneren Energie die Richtung, die es Deiner Vorstellung nach braucht, um verwirklicht zu werden. Hier begegnen sich Aggression und die Richtung, um die es geht: nach VORNE!

Im Grunde ist Aggression nicht feindselig, sondern geht nach vorne, auf etwas zu: du lenkst deine Energie auf ein konkretes Ziel. Mit Energie können Handlung, Aufmerksamkeit und Fokus gemeint sein. In allem steckt Energie, die Du beherrschst. Und damit gehst Du nach vorne. Vorne bedeutet in Richtung Zukunft, weil ich auf den Zeitpunkt zu gehe, an dem das Gewünschte sich realisiert. Um sich zwischen zwei Punkten zu bewegen, braucht es Energie. Und darüber hinaus braucht es jemanden, der dieser Energie sagt, wohin sie soll. Das bist Du! Du sagst Deiner Energie, wohin sie fliessen soll, damit sich Deine Wünsche, Pläne, Projekte, Sehnsüchte realisieren. Wenn Du mit einer Kollegin über wichtige geschäftliche Dinge sprechen solltest, damit es weitergeht, musst Du dich zuerst entscheiden. Klingt komisch, ist aber so. Wir kriegen solche (kleinen) Zwischenschritte oft nicht bewusst mit, weil wir hier konkludent handeln. Willst Du sprechen, solltest Du z.B. dein Telefon in die Hand nehmen und die betreffende Person anwählen und die Verbindung aufbauen lassen. Logisch, richtig?

Aggression und Entscheidung – die Entstehungskaskade

Wir haben gerade erkannt, dass das Sich-Entscheiden-zu-etwas ein wichtiger Teil deiner Aggression ist.

Hier im Überblick die Kaskade, die dem Ergebnis Aggression vorausgeht:

IDEEWUNSCH (VERLANGEN) → WILLE zur ERFÜLLUNG (Verwirklichung) → BEREITSTELLUNG der Energie → ENTSCHEIDUNG entsprechende Handlungen auszuführen → TAT → Entstehung von MATERIE = AGGRESSION

Aggression neu definieren

Damit definiert sich Aggression wie folgt:

Aggression ist die Entscheidung und das Tun, Energie in die gewählte Richtung fliessen zu lassen um sich in einem Ziel zu verwirklichen.

Bis hierhin echt gut, was wir uns erarbeitet haben, richtig?

Wichtige Fragen für Deine Aggression

Jetzt lass uns schauen: Wie ist es mit der Deiner Aggression in deinem Leben?

Darf sie so stattfinden, wie wir sie ursprünglich definiert haben?

Darf sich Deine Energie verwirklichen?

Darf Sie sich Bahn brechen in deinem Leben?

Darfst Du das was Du wirklich willst?

Entscheidest Du Dich und „Whaam! Es geschieht!“ ?

oder

Fühlst Du dich blockiert?

Bist du kraftlos?

Unterdrückst Du deine Wünsche und Sehnsüchte?

Fühlst Du Dich erfolglos?

Nimmst Du dich selber als wirkunglos wahr?

Du darfst nicht, was Du willst?

Fühlst Du dich innen, als ob du total unter Strom stehst?

Fühlst Du dich, als ob Du auf dem Vulkan tanzt?

Könntest Du manchmal implodieren oder explodieren?

Du bist unzufrieden?

Deine Welt entspricht nicht Deinen Vorstellungen?

Du tust und es passiert (scheinbar) nichts?

Dir fehlt der Sinn?

Wirst Du schnell ärgerlich und wütend?

Bist schnell frustiert, wenn Du dein Ziel nicht erreichst?

….

Du siehst es gibt viele Stolpersteine in dieser Kaskade.

Das kollektive Bewusstsein

Die tiefste Schicht in dieser ursprünglichen Kaskade, die übrigens in jedem von uns so angelegt ist, ist erstmal die wichtigste, um selber zu erfahren, wo die eigenen Blockaden liegen.

In dieser tiefsten Schicht herrscht unser kollektives Bewusstsein. Und in Bezug auf Aggression sind wir hier schon mal gleich mit starken Glaubenssätzen, Ängsten und Verboten konfrontiert. Wie wir schon an dem Wikipedia-Eintrag sehen können, wird Aggression als feindselig betrachtet.

Aggression ist schlecht, sie verletzt andere, sie ist nicht notwendig, sie kommt von den „Wilden“, sie muss überwunden werden, ist laut, egoistisch, böse…. und vieles mehr.

Dir fallen bestimmt noch mehr dieser Ansichten ein, was Aggression wohl angeblich ist.

Wir haben schon gesehen, das das im Wesen so nicht stimmt.

Der Grund jedoch, dass der Mensch Aggression als negativ bewertet, liegt auf der Hand: in Jahrtausenden menschlichen Miteinander wurden ungezählte Erfahrungen damit gemacht. Unter anderem Erfahrungen von Verletzung, Erniedrigung, Entwürdigung oder Grenzüberschreitung.

Hier müssen wir eindeutig feststellen, dass Entscheidungen und Taten natürlich dazu führen können, dass jemand sich durch die Auswirkungen verletzt fühlt.

Wen wir das als etwas (fast) unausweichliches anerkennen, sind wir auf dem richtigen Weg.

Handeln für die eigenen Bedürfnisse kann mich in Konflikt mit meinen Beziehungen und meiner Umwelt bringen. Hier prallen verschieden Interessen und Erwartungen aufeinander.

Aggression berührt Beziehung und verändert Bindung

Der Grossteil der Menschen sind sozial unterwegs und daher Beziehungstiere. Darum sollten wir uns fragen, wo die Verletzung denn stattfindet. Dazu ein Beispiel: ein Freund hat Dir versprochen, Dir bei Deinem Umzug zu helfen. Am Tag vorher ruft er Dich an und gesteht Dir, dass er am kommenden Vormittag nicht dabei sein kann, um Dir zu helfen. Wahrscheinlich bist du enttäuscht, fühlst dich sogar im Stich gelassen und wunderst Dich was passiert sein mag. Du fragst Ihn, was passiert sei, dass er nicht kommen kann. Dann erzählt er Dir von seiner Lieblingsband und deren einzigen Deutschland-Konzert morgen abend, so 500 km entfernt. Dazu muss er heute leider schon losfahren und kann Dir morgen nicht helfen. Ich wähle sehr bewusst dieses Beispiel, denn Du hättest natürlich absolutes Verständnis, wenn seine Oma vorgestern verstorben wäre und er morgen zur Beerdigung wollte. In beiden Fällen findet eine Verletzung genau auf der Ebene statt, auf der die Bindung zwischen uns Menschen passiert, auf der Beziehungsebene. Du zweifelst an der Verlässlichkeit deines Freundes.Wie kann er so egoistisch sein? Nur wegen eines Konzertes. Weiss er nicht, dass ich morgen diesen grossen Umzug habe? Und so einer bezeichnet sich als mein bester Freund. Freunde sollten füreinander da sein. Kommt Dir bekannt vor? So oder ähnlich ist uns das schon allen begegnet. Das Vertrauen in die Beziehung leidet, die Bindung kann dadurch schwächer werden, wenn sich die verletzte Person zu inneren Konsequenzen entscheidet, wie z.B. diesen Freund nie wieder zu fragen, wegen Hilfe beim Umzug, man kann sich ja eh nicht auf den verlassen.

Das Paradox: Verträgt sich eigene Aggression mit Gesellschaft?

Und hier wird es schwierig: Wie schaffe ich es als soziales Wesen Mensch meine Aggression zu leben und gleichzeitig ein Teil des sozialen Netz zu bleiben?

Diese Frage basiert wiederum auf unseren inneren Clan- bzw. Sippengesetzen. Wir funktionieren so, dass wir uns immer wieder auspendeln müssen zwischen eigenen Interessen/Bedürfnissen und den Interessen des Clans/ der Gemeinschaft. Es gibt Punkte im Leben, da kollidieren eigene Bedürfnisse mit denen der Sippe. Teil des Clans zu sein bedeutet aber auch, dass Claninteressen Vorrang haben. In uns existiert diese Blaupause für Beziehungen, die ziemlich alt ist und nach wie vor angewandt wird. Der Mensch ist in vielem viel mehr Stammeswesen, als und das gegenwärtig ist. Daraus ergibt sich ein scheinbares Paradox, und praktische ein Dillema, dessen Lösung sich viele nicht gewachsen fühlen. Ein Symptom dafür ist der massive Anstieg von Depressionen als die Gegenbewegung Psyche (Seele), weil die eigene Aggression nicht adäquat gelebt wird. Die Lebenskraft sucht sich dann andere Wege um gelebt zu werden, und so natürlich auch auf sich aufmerksam zu machen.

„Der Egoismus ist etwas Spätes und immer noch Seltenes: die Herden-Gefühle sind mächtiger und älter.“ (Friedrich Nietzsche, Unschuld des Werdens Band 2)

Die Lösung des Dillema

Dieser innere Konflikt kann gelöst werden; wie erkläre ich Dir im Folgenden.

Akzeptanz der eigenen Bedürfnisse

Zu Beginn steht die Akzeptanz deiner eigenen Bedürfnisse, deiner eigenen Wünsche, deiner Ziele als deine wichtigste Priorität.

Aber das geht doch nicht immer und ständig! Dagegen spricht ja im Grunde alles: PartnerIn, Kinder, Job, Familie, einfach alles! Hier an dieser Stelle ein Zwischenschritt: registriere diese innere Stimme und lass sie mal vorüberziehen: schenke ihr keine Beachtung, in dem Du innerlich schon schaust, wie Du diese Woche, die an Dich gestellten Erwartungen erfüllst. Du willst etwas verändern? Dann mach mal etwas anderes.

Wo begrenzt Du Dich und akzeptierst fremde Erwartungen?

Danach beginne Dich zu beobachte und reflektier Dich in Deinem Tun und Reden: schau, welche inneren Grenzen und Verbote dich in Deinem Leben behindern: Wenn ich heute frei nehme, dann …. Ich sollte auf das Seminar verzichten, ansonsten …. Am besten ich lasse es auf sich beruhen, es gibt ja eh nur …. Das kann ich nicht machen, wenn das jedeR machen würde…

Wo fliesst Deine Energie ins Nirgendwo oder bleibt einfach nur bei Dir?

Auch das wird Dir bekannt vorkommen.

Aber es geht noch perfider und subtiler: Als guter …. macht man das nicht. An diese Stelle kannst Du beliebig alles einsetzen – mit hohen Werten und Ansprüchen kriegst Du dich immer. Nimm dir vor beim nächsten Mal nicht auf Dein Selbstbild reinzufallen. Ausser Du willst ausschliesslich gut, richtig gut und richtig sein, natürlich nichts falsch machen.

Zu Gunsten von wem oder was verzichtest Du auf deine Aggression, und damit auf Deine Lebenskraft?

Aufräumen, Lösen, Auflösen mit Experten-Begleitung

Hast Du diese Hindernisse identifiziert und erkannt, beginne mit Ihnen aufzuräumen.

Von grossem Nutzen ist die Zusammenarbeit mit einem Menschen, der sich damit auskennt, so eineN findest du oft als TherapeutIn, CaochIn, TrainerIn, SupervisorIN, HeilpraktikerIn.

In dieser Arbeit mit Deiner Kraft wirst du erkennen können, dass zwischen Deinen inneren Gesetzen ein Zusammenhang besteht zu körperlichen Erkrankungen, Schmerzen und immer wieder auftauchenden Beschwerden wie Schlaf-und Verdauungsstörungen, Kopfschmerzen und gerade auch Potenz- und Lustproblemen.

Die Rolle deines Herzens

Als nächster Teil des Prozesses kommt die konkrete Übung: kontaktiere Dein Herz, Dir deutlich zu machen, was Du brauchst für ein glückliches Leben und einen gesunden Ausdruck Deiner Lebenskraft. Ganz einfach und praktisch: Telefon auf still stellen, den Menschen in deiner Umgebung sagen, dass Du maximal 30 min zeit für Dich brauchst und nicht gestört werden willst, ausser im Notfall. Ich empfehle Dich hinzusetzen, Augen zu schliessen und zu atmen. Konzentriere Dich auf Dich und auf Deinen Herzbereich. Zum Aktivieren kannst Du eine Hand auf deine linke Brustseite tun. Herz bedeutet Annahme und Verbundenheit. Sich so zu akzeptieren, wie Du bist. Und damit auch alle Bedürfnisse, Wünsche und Ziele.

Probiere das einfach mal aus.

Das schafft Verbundenheit mit dir und gleichermassen auch in Deinen Beziehungen. Diese Verbundenheit brauchen wir auch, wenn Aggression nicht zu Gewalt und Zerstörung verkommen soll.

Leben (schöpfen) – auf jeden Fall ein aggressiver Akt!

An zwei Beispielen möchte ich dies verdeutlichen: eine Geburt ist ein aggressiver Akt, das Kind, dass schon in diesem Moment Kraft entwickeln muss um überhaupt den Bauch zu verlassen und durch den engen Geburtskanal zu kommen. Dieser notwendige Akt der Befreiung verursacht der Mutter Schmerzen. Diese Mutter, die schon 9 Monate bereit war, naturgemässe Beschwerden der Schwangerschaft auf sich zu nehmen. Verbundenheit und Liebe machen möglich, dass die körperlichen und Trennungsschmerzen bei einer Geburt ausgehalten werden können und gerne in Kauf genommen werden. Verbundenheit heilt Verletzung, die durch Aggression entstanden ist.

Dem voraus geht Sex, die Vereinigung von männlich und weiblich. Auch hier gibt es die aggressive Handlung, das Eindringen des Mannes in die Frau. Auch hier braucht es Verbundenheit, Lust und Anziehung, um aus dem Eindringen auch eine Begegnung und gemeinsame Berührung zu machen, ansonsten ist es einfach ein sich die Frau gefügig machen bzw. eine Vergewaltigung seitens des Mannes.

Das Wort Ficken steht mittlerweile für Sex, bei dem nicht die Verbundenheit und Berührung im Vordergrund steht. Ursprünglich kommt das lateinische Wort figere von stechen. Unter anderem wurde im Schmiedehandwerk des Mittelalters ein Schwert am Ende der Herstellung gereinigt, indem man einen gefüllten Sandsack aufhängte, und mit dem Schwert wiederholt hineinstiess, um Schlacke und Asche abzu-ficken bzw. abzu-fegen, so der Wortstamm.

Aggression ist eine grundsätzlich lebenspendende Handlung. Sie dient dem Leben. In allem was Du tust steckt dem Wesen nach Aggression. Wenn du es sowieso schon tust, dann tu es so, dass es Dir gut geht! Das wünsche ich Dir.

Damit deine Aggression geheilt wird und wieder frei fliessen kann, suche Dir deinen Termin aus für die Teilnahme am Haka-Power-Workshop!

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